DER SPIELBERICHT: FC Bayern
München vs. FC Valencia am 21. Mai 2001
Es war angerichtet zum großen Finale.
„L’Opera del Calcio" – die Fußball-Oper
zu Mailand, das San Siro-Stadion - war bis auf den letzten
Platz gefüllt. 25 Jahre nach dem letzten Sieg in der
„Königsklasse" hätte sich der FC Bayern
keinen schöneren Ort wünschen können, um sich
endlich wieder die europäische Krone aufzusetzen.

Mit einem 6:5 (0:1, 1:1, 1:1) nach Elfmeterschießen
behielt der FC Bayern gegen den FC Valencia die Oberhand und
hat sich damit den Traum vom Gewinn der Champions League erfüllt.
Und wieder mal war es Oliver Kahn, der mit drei gehaltenen
Elfmetern zum Matchwinner für den deutschen Meister avancierte.
Ottmar Hitzfeld setzte gegen die Spanier auch auf einen Spieler,
der beim letzten Erfolg im Landesmeistercup anno 1976 noch
gar nicht geboren war: Owen Lee Hargreaves. Der gebürtige
Kanadier ersetzte im Mittelfeld den verletzten Jens Jeremies.
Ansonsten baute der Meistertrainer gegen den Verlierer des
letztjährigen Finales auf eine laufstarke Elf mit den
beiden Franzosen Bixente Lizarazu und Willy Sagnol auf den
Flügeln und im Sturm auf „Dauerrenner" Hasan
Salihamidzic.
Ein von der Taktik geprägtes Spiel
wurde allgemein erwartet, doch nach gerade mal zwei Minuten
waren alle Überlegungen der beiden Trainer wohl über
Bord geworfen. Nach einem vermeintlich Handspiel von Patrik
Andersson zeigte Schiedsrichter Dick Jol auf den Elfmeterpunkt.
Gaizka Mendieta trar an und verwandelte sicher zum 1:0.
Kurz darauf bekamen auch die Bayern nach
einem Foul an Stefan Effenberg einen Strafstoß zugesprochen.
Mehmet Scholl zeigte aber Nerven bei der Ausführung,
sein Schuss war zu unplatziert und Santiago Canizares konnte
mit dem Fuß abwehren (6. Minute).
Es dauerte eine zeitlang, bis sich der
frischgebackene deutsche Meister von diesem Doppelschock erholte.
Doch ab der 20. Minute kamen die Münchner immer besser
ins Spiel. Und auch zu Torchancen, wie Elber mit einem Flachschuss
aus spitzem Winkel (24.) oder Scholl mit einem fein angeschnittenen
Freistoß (27.). Auch als Sagnol in der 40. Minute von
knapp außerhalb des Strafraums abzog, fehlte nicht viel.
Mit Beginn der zweiten Halbzeit brachte
Hitzfeld einen weiteren Stürmer. Carsten Jancker kam
in die Partie, für ihn musste Sagnol weichen. Dessen
Platz auf der rechten Mittelfeldseite übernahm fortan
Salihamidzic.
Der zweite Abschnitt begann wie der erste:
mit einem Handelfmeter, diesmal für die Münchner.
Pellegrino war der Sünder, der bei einer Flanke von Lizarazu
unerlaubterweise mit dem langen Arm klären wollte. Kapitän
Effenberg übernahm Verantwortung und verwandelte sicher
zum 1:1-Ausgleich (50.).
Beide Teams nahmen jetzt etwas an Fahrt
weg. Die Spanier ließen sich ganz weit in die eigene
Hälfte zurückfallen, die Bayern taten sich damit
schwer, fanden im Angriff kaum eine freie Anspielstation.
In der 85. Minute dann eine gute Möglichkeit
für Valencia durch den eingewechselten Slatko Zahovic,
doch Oliver Kahn war zur Stelle und nahm dem Slowenen den
Ball vom Fuß.
Aber auch die Bayern hatten in der Nachspielzeit
noch ein dickes Ding. Janckers strammer Schuss aus 20 Metern
ging nur haarscharf am linken Pfosten vorbei.
Es ging in die Verlängerung –
mit der „Golden-Goal"-Regel. Beim nächsten
Tor war das Finale entschieden. In der 93. Minute hätte
es schon so weit kommen können, als Giovane Elber mit
einem Drehschuss aus kurzer Entfernung an Canizares scheiterte.
Auf der Gegenseite war es erneut Zahovic
mit einer guten Einschussmöglichkeit. Aber Kahn war rechtzeitig
unten und hielt den Ball sicher.
Im zweiten Abschnitt der Verlängerung
kam Paulo Sergio für Scholl und der Brasilianer hatte
gleich eine gute Szene. Ein Schlenzer Sergios verfehlte sein
Ziel um Haaresbreite. So musste die Entscheidung im Elfmeterschießen
fallen und da hatte der FC Bayern das nötige Glück,
aber auch die nötige Nervenstärke. |